Fachwortverzeichnis

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Hier finden Sie in alphabetischer Reihenfolge alle wichtigen Informationen zu Begriffen aus den Bereichen Sanierung, Renovierung, Wärmedämmung, Putz, Anstrich Fliesenverlegung und Abdichtung.


Abbinden, Abbindeverhalten

Bezeichnet ganz allgemein den Übergang von flüssigen oder pastenförmigen Materialien in den festen Zustand. Dies kann phy­sikalisch (z. B. durch Verdunsten von Wasser), chemisch (z. B. durch Oxidation oder Polymerisation) oder auf kolloid chemischem Weg (z. B. durch Ausfällen einer Dispersion) geschehen. Material und Untergrundtemperatur sowie Luftfeuchte und Umgebungs­temperatur beeinflussen massgeblich die Länge des Abbindepro­zesses. Unsere Angaben in den technischen Merkblättern bezie­hen sich auf 20°C und 50% rela tive Luftfeuchte.

Abreiben

Abreiben oder Strukturieren eines pastösen Putzes erfolgt durch manuelles Abreiben nach dem Auftragen, meist mit einer Holz-, Plastik- oder Styropor-Reibscheibe, aber auch anderen Struktu­rierwerkzeugen, wobei durch die Richtung des Abreibens (senk­recht, waagrecht, kreisförmig) das Strukturbild beliebig verändert werden kann.

Algenbefall

Kann praktisch auf allen Untergründen auftreten, weil Algen als Mikroorganismen ein natürlicher Bestandteil unserer Umwelt sind und für ihr Wachstum keine organischen Substanzen benötigen, dafür aber Licht, Kohlendioxid und ausreichend Feuchtigkeit. Massnahmen zur Verhinderung von Algenwachstum sind: Kon­struktive Massnahmen zum Erfüllen des baulichen Feuchteschutz wahrnehmen; Pflanzabstände und Verarbeitungsvorschriften ein­halten sowie der Einsatz von Deckbeschichtungen mit Zusatzaus­rüstung von langzeitig wirksamen Bioziden.

Antik-Faserputz

Deckputzart für kreative und dekorative Strukturen. Faserverstärkt, damit bei ungleichmässiger Auftragsdicke keine Schwund risse entstehen. Für Aussenisolation nur bedingt geeignet.

Armierungsgewebe

Glasfasergittergewebe, die durch eine spezielle Beschichtung al­kaliresistent, schiebefest und nicht wasserquellbar ausgerüstet sind und in den Einbettungsmörtel oberhalb der Wärmedämm­platten eingebettet werden. Ihre Aufgabe ist es, im System auftre­tende Spannungen aufzunehmen. Maschenweite, Reissfestigkeit und Flächengewicht sind auf die Anforderungen des jeweiligen Systems sowie der Art der Einbettungsmasse abgestimmt.

Atmungsfähigkeit

Atmen ist ein aktiver Vorgang, der Lebewesen vorbehalten ist. Wände oder Fassaden können nicht atmen, obwohl dies fälschlicherweise oft so bezeichnet wird. Gemeint ist damit jedoch der Vorgang der Wasserdampfdiffusion, das heisst, Wasserdampf kann in dem Mass ungehindert durch einen Wandaufbau diffundie­ren, dass es nicht zu Feuchtigkeitsstau, Blasenbildung oder anderen negativen Erscheinungen kommt. Durch Auftragen eines MARMO­RAN-Putzsystems wird das Diffusionsvermögen eines Wandaufbaus nicht verhindert, da die Systeme sehr gut wasserdampfdurchlässig sind. Auch das Anbringen einer verputzten Aussenwärmedämmung wirkt nachweislich nicht stark dampfbremsend. Die erforderliche Dif­fusionsfähigkeit wird nicht beeinträchtigt. Diffusion

Aufziehputz

Auch bekannt unter den Namen «Rillenputz», «Kretzliputz», oder «Negativputz». Erhältlich als MARMORAN CARRARA, Silicon-oder SILCANOVA-Putz innen und aussen in diversen Korngrös­sen. Wird vor allem mit der Kunststoff-Reibscheibe strukturiert.

Ausblühungen

Feste, mehr oder minder kristalline, salzartige Ausscheidungen auf der Oberfläche von Baumaterialien, verputzten Flächen oder auf Anstrichen. Ausblühungen können grund sätzlich nur durch die Mit­wirkung von Feuchtigkeit entstehen. Das kann vorhandene Bau­feuchtigkeit, aufsteigende Feuch tigkeit aus dem Erdreich oder ka­pillar eindringende Feuchtigkeit sein. Ein dauerhaftes Verhindern von Ausblühungen ist nur dann möglich, wenn jegliche Feuchtig­keitszufuhr sicher unterbunden wird. Deshalb dürfen Ausblühun­gen auch nur trocken abgebürstet werden – ein Abwaschen mit Wasser würde lösliche Ausblühungen erneut aktivieren (in Lösung bringen).

Aussenisolation

Die verputzte Aussenwärmedämmung (VAWD), volkstümlich als «Aussenisolation» (AISO) oder «Kompaktfassade» be zeichnet, ist eine bewährte, moderne Fassadenkonstruktion, welche sehr nie­dere U-Werte ermöglicht. Der Einsatzbereich ist sehr gross und reicht von der Altbausanierung bis zum Minergie-P-Haus. Zudem zeichnet sie sich durch ein ausgezeichnetes Preis-Leistungsver­hältnis aus. In Deutschland hat sich der Name WDVS (Wärme­dämmverbundsystem) etabliert.

Beschichtung

Deckbeschichtung, Deckputz. Das Bindemittel ist der filmbildende, nicht flüchtige Anteil eines Beschichtungsstoffes ohne Pigmente und Füllstoffe, die durch das Bindemittel miteinander und mit dem jeweiligen Substrat zu der gewünschten Beschichtung verbunden werden.

Biozide

Oberbegriff für alle Arten von Konservierungsmitteln (Film- und La­gerkonservierung): Chemische Verbindungen oder Kombinatio­nen, die Mikroorganismen wie z. B. Bakterien, Hefen, Pilze und Algen unwirksam machen können.

Biozide Ausrüstung

Biozide Ausrüstung von Beschichtungsstoffen ist die Zugabe eines oder mehrerer Wirkstoffe zum flüssigen Material, um einen Befall durch Mikroorganismen während der Lagerung (= Gebindekon­servierung ) oder der fertigen Beschichtung (= Filmkonservierung) zu verhindern.

Deckbeschichtung

Eine Deckbeschichtung hat die Aufgabe, die unter ihr liegenden Schichten zu schützen und dem Beschichtungssystem die gefor­derten Oberflächeneigenschaften zu geben. Dabei kann es sich um eine dünne Schicht, wie z.B. einen Anstrich, oder um eine dickere Schicht, wie z. B. einen Deckputz handeln.

Deckputz

Deckputz ist die oberste Lage eines in einem oder mehreren Arbeitsgängen ausgeführten Putzsystems oder Putzaufbaus. Gemäss SIA 242 «Verputz- und Gipserarbeiten» sind alle Deck­putze (und alle anderen möglichen Putze) in eine der folgenden Kategorien einzuordnen: Kunststoffdeckputz, Silicondeckputz, Silikatdeckputz oder mineralischer Deckputz.

Diffusion

Diffusion ist die Vermischung von Stoffen unter dem Einfluss von Konzentrations-, Temperatur- oder Druckunterschieden, die ohne äussere Einwirkung vor sich geht. Ganz allgemein ist Diffusion das Ausgleichen verschiedener Konzentrationen bei Gasen und Flüs­sigkeiten, also z. B. von hoher Konzentration an Feuchtigkeit (feucht) nach geringer Konzentration (trocken). Wasserdampfdiffu­sion: Diffusionsäquivalente Luftschichtdicke (sd) während die Dif­fusionswiderstandszahl µ einen Baustoff nur mit einem Kennwert charakterisiert, ergibt sich der exakte Diffusionswiderstand erst aus der Multipli kation mit der jeweiligen Schichtdicke oder den Einzel­komponenten des gesamten Bauteils, d.h. die diffusionsäquivalente Luftschichtdicke in m ergibt sich aus der Diffusions widerstandszahl µ multipliziert mit der Schichtdicke s in m (sd = µ x s).

Diffusions widerstandszahl µ

Oft auch als Diffusionswiderstandsfaktor bezeichnet, ist eine di­mensionslose Zahl, die angibt, um wieviel grösser der Widerstand eines Baustoffes gegenüber diffundierendem Wasserdampf ist, verglichen mit dem Widerstand einer gleich dicken Luftschicht von gleicher Temperatur. Mit der Diffusionswiderstandszahl wird ein Baustoff als solcher charakterisiert, ohne Berücksichtigung der je­weiligen Schichtdicken.

Farbton

Farbton ist die Eigenschaft, die eine bunte von einer unbunten (weisse, schwarze) Farbe unterscheidet: z. B. Gelb, Rot, Grün, Blau. Der Begriff sollte durch die Bezeichnung Buntton ersetzt wer­den. Generell empfehlen wir helle Farbtöne auf der verputzten Aussenwärmedämmung zu verwenden. Hellbezugswert Y

Grundierung

Siehe Voranstrich

Hellbezugswert Y

Reflektionsgrad eines bestimmten Farbtons zwischen dem Schwarzpunkt = 0 und dem Weisspunkt = 100. Der Hellbezugswert gibt dabei an, wie weit der betreffende Farbton vom Schwarz- oder Weisspunkt entfernt ist. So sagt z. B. ein Hellbezugswert von 85, dass dieser Farbton sehr hell sein muss. Folglich ist ein Farbton mit einem Hellbezugswert von 15 sehr dunkel. Dunklere Farbtöne im Aussenbereich unterliegen infolge des andauernden Wechsels zwi­schen Erwärmung durch Sonneneinstrahlung und Abkühlung wäh­rend der Nachtstunden grösseren Temperaturspannungen als hel­ler eingefärbte Beschichtungen. Dies spielt eine besondere Rolle bei der verputzten Aussenwärmedämmung. Gemäss SIA 118/243, Ausgabe 2008, sollen bei der verputzten Aussenwärmedämmung Farbtöne mit einem Hellbezugswert Y von < 30 eingesetzt werden. Achtung: Hellbezugswerte verschiedener Systemhalter können auf­grund verschiedener Mess methoden nicht 1:1 verglichen werden.

Hydrophob

Hydrophob (wasserabweisend, aus dem Griechischen hydor = Wasser und phob = abstossend abgeleitet). Begriff, der die Ten­denz eines Stoffes oder einer Substanz bezeichnet, keine Affinität zu Wasser zu haben, d.h., sich darin nicht zu lösen und von Was­ser auch nicht benetzt zu werden.

Hydrophobieren

Um Dispersionsfarben und Putze, die im Aussenbereich eingesetzt werden, weniger wasserempfindlich zu machen, können sie durch geringe Zusätze von speziellen Additiven, die während des Trock­nungsvorganges an die Oberfläche wandern, hydrophobiert, d. h. wasserabweisend eingestellt werden. Dadurch läuft auf die Be­schichtung auftreffendes Regen wasser ab.

k-Wert

Alte Bezeichnung für den Wärmedurchgangskoeffizient. Neue Be­zeichnung: U-Wert.

Kapillare Wasseraufnahme

Kennzeichnet die Saugfähigkeit eines Untergrundes oder/mit einer Beschichtung. Generell wird die kapillare Wasseraufnahme durch den sog. «Wasseraufnahmekoeffizienten» w charakterisiert, wobei häufig der w24-Wert angegeben wird, d.h. die Wasseraufnahme nach 24-stündiger Prüfdauer.

Kunststoffputz

Kunststoffputz (auch Organischer-, Dispersions- oder Kunstharz­putz genannt) ist der Sammelbegriff für Beschichtungen mit putz­artigem Aussehen, für die Anforderungen gemäss SIA 242/1 «Ver­putz- und Gipserarbeiten» festgelegt sind. Alle MARMORAN CARRARA Innen-, und Aussendeckputze sind Vertreter dieser Deckputz-Art. Erhältlich in der Korngrösse von 0,5 – 6 mm und als Aufziehputz, Vollabrieb oder teilweise als Antik-Faserputz und Spritzputz.

Mikroorganismen

Sammelbegriff für den baurelevanten Algenbefall, Pilzbefall und Flechtenbefall.

Organisch

Das Adjektiv «organisch» bezeichnet in der Natur: Substanzen biologischer, belebter Herkunft. In der Chemie: kohlenstoffhaltige Verbindungen (Kunststoffputz) und in der Medizin: körperliche Symptone, Erkrankungen.

Pigmente

Pigmente sind aus mehr oder minder feinen Teilchen bestehende Substanzen, die im Anwendungsmedium (Beschichtungsstoff) praktisch unlöslich sind und als Farbmittel verwendet werden.

Pilzbefall

Pilzbefall tritt immer nur da auf, wo Feuchtigkeit und organische Substanzen als Nährboden vorhanden sind. Stärke, Zellulose, Zucker, aber auch organische Bindemittel wie Polymerdispersio­nen können von Pilzen befallen werden. Pilze brauchen für ihr Wachstum nicht unbedingt Licht, deswegen wachsen sie z. B. auch in dunklen Ecken von Feuchträumen wie Küchen, Bädern und Du­schen. Pilze gehören zu den Mikroorganismen.

Regenschutz

Regenschutz ist eine der wichtigsten Funktionen einer Fassaden­beschichtung, denn Feuchtigkeit in Form von Wasser ist der Feind Nr. 1 aller Fassaden und die Hauptursache für Schäden verschie­denster Art.

Rillenputz

Siehe Aufziehputz

Scheibenputz

Siehe Vollabrieb

SIA-Normen

Hierbei handelt es sich um ein Normenwerk des Schweizerischen Ingenieur- und Architekten-Vereins für den Baubereich in der Schweiz. Für den Putzbereich sind hiervon die folgenden Veröf­fentlichungen von Interesse:
• SIA V 242/1  Verputz- und Gipserarbeiten  
• SIA 243  Verputzte Aussenwärmedämmung  
• SIA 2003  Sanierputze und Sanierputzsysteme.

Sieblinie

Sieblinie wird die Kornzusammensetzung (Kornaufbau) eines Ge­misches aus feinen, mittleren und groben Anteilen bezeichnet. Ein entsprechend abgestimmter Kornaufbau ist massgebend für das jeweilige Strukturbild.

SILCANOVA topdry

SILCANOVA topdry ist eine neuartige Technologie auf der Basis von nanoteiligem Kieselsol. Vorteile gegenüber herkömmlichen Sili­katputzen sind die bessere Wetterstabilität, keine Verätzungsge­fahr wie bei Wasserglas, praktisch uneingeschränkte Farbtonaus­wahl und trotzdem keine «Wolkenbildung». Die hohe Dampfdurchlässigkeit und die einfache Verarbeitbarkeit sind wei­tere positive Eigenschaften des SILCANOVA topdry.
Ergänzend zum SILCANOVA-Deckputz ist SILCANOVA topdry auch als Farbe erhältlich.

Siliconharz, Siliconemulsion

Siliconharze basieren auf dem anorganischen Element Silizium, das über Sauerstoffatome verknüpft und an organische Gruppen gebunden ist, die Kohlenstoffatome enthalten. Es sind hochmole­kulare, dreidimensional vernetzte Verbindungen, die chemisch ge­sehen aufgrund ihrer Struktur zwischen den rein anorganischen (Wasserglas!) und den rein organischen Stoffen einzuordnen sind.

Siliconputz (Siliconharzputz)

Siliconputz (Siliconharzputz) besteht im Bindemittel aus der Kom­bination einer wässrigen Siliconharzemulsion mit einer wässrigen Polymerdispersion. Diese neueste Entwicklung weist als Vorteile insbesondere sehr gute wasserabweisende Eigenschaften bei gleichzeitig hoher Wasserdampfdurchlässigkeit auf. Sie zeichnet sich durch eine sehr schnelle Feuchtigkeitsabgabe nach Regen­einwirkung aus und kann auf praktisch allen sauberen, tragfähi­gen und fachgerecht vorbereiteten (grundierten) Untergründen aufgebracht werden. Siliconputz wird als MARMORAN-Siliconputz Vollabrieb, Aufziehputz, Vollabrieb-Futura und Antik-Faserputz ge­liefert. Aufgrund ihrer Struktur zwischen den rein anorganischen (Wasserglas!) und den rein organischen Stoffen einzuordnen.

Silikatputz

Silikatputz enthält als Bindemittel (Kali-)Wasserglas und einen ge­ringen Anteil einer alkaliresistenten, verträglichen Kunstharzdis ­persion. Dieser Zusatz stabilisiert den Beschichtungsstoff, so dass dieser als lagerbeständiges, verarbeitungsfertiges Material herge­stellt und geliefert werden kann. Silikatputz wird mit der neuen MARMORAN Technologie SILCANOVA als MARMORAN SILCA-NOVA-Vollabrieb und Aufziehputz, sowie als SILCANOVA Farbe geliefert.

Taupunkt

Taupunkt ist diejenige Temperatur, bei der ein Gas-/Dampf-Gemisch gerade gesättigt ist, z. B. Luft / Wasserdampf. Unterhalb des Taupunktes tritt Kondensation ein. Bei einer relativen Luft­feuchtigkeit von 100% ist der Taupunkt erreicht, bei Abkühlung unter die Taupunkttemperatur schlägt sich der Wasserdampf dann als Tau, Nebel, Regen oder Reif nieder.

Thixotropie

Thixotropie ist die Bezeichnung für ein Fliessverhalten, bei dem bei konstanter Scherbeanspruchung die Viskosität eines flüssigen Beschichtungsstoffes im Lauf der Zeit abnimmt. Im Ruhezustand baut sich der ursprüngliche Zustand wieder auf, d.h., es handelt sich bei der echten Thixotropie um einen reversiblen Vorgang.

U-Wert

Wärmedurchgangskoeffizient U (alte Bezeichnung: k oder k-Wert). In der Praxis vereinfacht oft als U-Wert bezeichnet, lässt einen Rückschluss auf den Wärmedurchgang bzw. den Wärmeverlust eines Bauteils zu. Bei Wärmedämmmassnahmen ist ein möglichst kleiner U-Wert anzustreben: je kleiner der U-Wert, desto besser die Wärmedämmung. Der Wärmedurchgangs koeffizient U ist die Wärmemenge W, die in einer Stunde durch 1 m² eines Bauteils bestimmter Dicke entweicht, wenn der Temperaturunterschied zwischen den beiderseits angrenzenden Luftschichten 1 K (= 1°C) beträgt.

Verputzte Aussenwärmedämmung

Siehe Aussenisolation

Vollabrieb

Das Aussehen der getrockneten Beschichtung ist geprägt durch eine Korn-an-Korn-Struktur, die sich dadurch ausbildet, dass die feinen Bestandteile des Beschichtungsstoffes bei der Trocknung zwischen den Grobkörnern absinken und die zurückbleibende Kornstruktur deshalb besonders plastisch wirkt. Die «Positivstruk­tur» wird vor allem mit der Holz- oder Styropor-Reibscheibe struk­turiert. Auch bekannt als «Scheibenputz».

Voranstrich (Grundierung)

Der Voranstrich, z. B. MARMORAN-Grund G111, G 210, G 710 usw., dient als Verbindung zwischen dem Untergrund und dem aufzubringenden Deckputz. Er hilft, das Saugverhalten zu regu­lieren, dient zur Haftzugverbesserung und die Pigmentierung hilft, das Durchscheinen des Untergrundes zu verhindern. Bei eventu­ellen Fehlstellen im Deckputz hilft der Voranstrich das Eindringen von Feuchtigkeit in den Untergrund zu verhindern. Grundierung

Wasserabweisend

Siehe Hydrophob

Wasserdampf durchlässigkeit

Wasserdampfdurchlässigkeit (Wasserdampf-Diffusionswider­standszahl) ist die Durchlässigkeit einer Beschichtung oder eines Anstriches für Wasserdampf. Gemäss SIA gilt eine Beschichtung dann als wasserdampfdurchlässig, wenn ein sd Wert (sd Wert = mittlere Schichtdicke in m) weniger als 1,3 m ist. Als dampfsper­rend werden Beschichtungen bezeichnet, wenn der sd-Wert grös­ser als 100 m ist. Diffusionswiderstandszahl µ

Wasserdampfdiffusion

Wasserdampfdiffusion ist die Wanderung von Wasserdampf, im Regelfall von «warm» nach «kalt», unter dem Einfluss eines Tem­peraturgefälles, aber auch von «feucht» nach «trocken» unter dem Einfluss eines Dampfdruckgefälles. Diffusion

Wärmedurchgangs koeffizient U

Siehe U-Wert

Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS)

Siehe Aussenisolation

Wärmedämmputze

Wärmedämmputze sind Putze aus mineralischen Bindemitteln mit Leichtzuschlägen, in der Regel expandiertem Polystyrol (EPS), die als Werktrockenmörtel geliefert und vor ihrer Verarbeitung nur noch mit Wasser vermischt werden. Die Wärmedämmputze wer­den immer als mehrschichtiges System verarbeitet (maxit therm 75 System-Wärmedämmputz, MARMORAN-Dämm Ausgleichs ­putz 78-E, Silicon-Putzgrund und Silicon-Deckputz oder Deckbe­schichtungen SILCANOVA).

Wärmedämmung

Die Wärmedämmung von Gebäuden ist die wichtigste Mass nahme zur Energieeinsparung für Heiz- und Kühlzwecke und zur Vermin­derung von Emissionen, insbesondere von CO2 aus Hausfeue­rungsanlagen. Ein optimal wirksamer Wärmeschutz wird fast aus­schliesslich über die Aussenwände erreicht.

Wärmeleitfähigkeit

Wärmeleitfähigkeit («klein Lambda»), auch als Wärmeleitzahl be­zeichnet, ist eine Stoffkenngrösse, die ausdrückt, wie gut (oder schlecht) in einem Material Wärmeübertragung erfolgt. Die Wär­meleitfähigkeit ist kein konstanter Wert, sie ist vielmehr von der Rohdichte und dem Feuchtigkeitsgehalt eines Baustoffes abhän-
gig, während die Temperatur dabei nur eine untergeordnete Rolle spielt. Deshalb haben Stoffe mit einer hohen Rohdichte (wie z. B. Stahl) eine hohe Wärmeleitfähigkeit und poröse Stoffe (wie z. B. Dämmstoffe) dagegen eine nur geringe. Mit steigendem Feuch­tigkeitsgehalt nimmt die Wärmeleitfähigkeit zu: Bei feuchtem Mau­erwerk fliesst die Wärme schneller ab, es wird mehr Heizenergie verbraucht.