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Untergrundprüfung

Der fertige Bodenbelag ist nur so gut, wie es der Untergrund zulässt. Deshalb muss dieser sorgfältig geprüft und für die Bodenverlegung vorbereitet werden. Sämtliche Prüfungen sind ausschliesslich am trockenen Estrich durchzuführen. Bei erhöhter Restfeuchtigkeit (calciumsulfatgebundener Untergrund) oder nichteinhalten der Wartefrist von 28 Tagen (zementöser Untergrund) sind die Festigkeitswerte niedriger.

Probleme

Prüfungen durch den Bodenleger

  • Art des Estrichs (Zement oder Calciumsulfat / beheizt oder unbeheizt)
  • Ebenheit und Höhenlage (Ebenheit, Gefälle, Senkel, Höhen, Winkel und Flucht)
  • Feuchtigkeit / Belegreife
  • Fugen und Fugenanordnung
  • Festigkeit und Beschaffenheit der Oberfläche
  • Kontrolle auf Risse
  • Raumklima
  • Abklären, ob die Fussbodenheizung in Betrieb war (Protokoll verlangen)

 

Lösung

Schritt 1 - Dokumentation

Dokumentieren Sie – und lassen Sie sich dokumentieren!
Nur diejenigen Arbeitsschritte die sauber und objektbezogen dokumentiert sind, können im Zweifelsfall zu Hilfe gezogen werden.

Damit ein Untergrund fachgerecht geprüft werden kann, muss bekannt sein, um welches Produkte es sich handelt. Diese Informationen müssen eingeholt, resp. von der Bauleitung zur Verfügung gestellt werden. Nur wer Referenzwerte kennt, kann einen Estrich beurteilen.

Schritt 2 - Optische Prüfung

Wenn bekannt ist, um welches Produkt es sich handelt, wird der Untergrund optisch kontrolliert. Unregelmässigkeiten wie z.B. Risse können dabei bereits erkannt werden und zur Wahl der weiteren Prüfmethoden beitragen.

Schritt 3 - Masshaltigkeit

Höhenlage:

  • Wurde der Meterriss eingehalten?
  • Stimmen die Höhen von angrenzenden Bauteilen (z.B. Fenster und Türen)?

Ebenheit:

Schritt 4 - Gitterritzprüfung

  1. Mit einem speziellen Ritzgerät oder, bei ausreichend Übung, mit einem spitzen Stahlnagel ritzt man mit der Schablone mehrere Linien in einem Abstand von ca. 6 mm parallel nebeneinander ein.

  2. Anschließend wiederholt man diesen Vorgang in einem 40°-60° Winkel zu den vorher eingeritzten Linien, so dass ein Rautenmuster entsteht.

  3. Bei ausreichender Oberflächenhärte bleiben die Kreuzungspunkte des Rautenmusters sauber und ohne Ausbrüche.

Schritt 5 - Klopfprüfung

Zur Erkennung von Hohlstellen kann ein stumpfer Hammer über den Untergrund gezogen oder mit dem Hammer leicht geklopft werden. Im Bereich von Hohlstellen zeigt sich ein dunkler Klang.

Schritt 6 - Hammerschlagprüfung

Ob Schalen- und Schichtenbildung im Verlegeuntergrund (z.B. Beton, Estrich) vorhanden sind, ist mit der Hammerschlagprüfung zu erkennen. Mit einem stumpfen Hammer wird in einem Winkel von ca. 45° auf die Oberfläche geschlagen. Platzt eine Schale aus der Oberfläche heraus, muss die Oberfläche durch geeignete Maßnahmen (schleifen, fräsen) von den Ablagerungen befreit werden.

Schritt 7 - Wischprüfung

Man wischt mit einem trockenen Tuch oder mit der Hand über die Oberfläche. Verbleiben Rückstände von Staub oder anderen losen Bestandteilen, so sind diese zu entfernen.

Schritt 8 - Benetzungsprüfung

  1. Der Untergrund wird mit Wasser beträufelt. Wird das Wasser sehr schnell aufgesogen, so ist der Untergrund zu stark saugend. Durch den Einsatz der geeigneten Grundierung kann das Saugverhalten gemindert werden.

  2. Bleibt das Wasser auf dem Untergrund stehen, so ist der Untergrund schwach saugend. Bei optimalem Saugverhalten wird das Wasser langsam aber kontinuierlich aufgesogen.

Schritt 9 - Feuchtigkeitsmessung

Die Belegreife des Untergrundes ist abhängig von seiner Restfeuchte. Zur Ermittlung des Prüfzeitpunktes der Feuchtemessung können elektronische Feuchtemessgeräte verwendet werden. Zur genauen Bestimmung der Feuchte im Untergrund muss mit der CM-Methode gemessen werden. Zur Messung mit dem CM-Gerät muss über die gesamte Dicke des Untergrundes Prüfgut entnommen werden.

Die Gebrauchsanweisung des jeweiligen Geräteherstellers ist zu beachten.

Schritt 10 - Oberflächenzugfestigkeitsprüfung

Die Messung erfolgt direkt auf dem vorbereiteten Beton- oder Estrichuntergrund ohne Anbohren. Es sind pastöse Kleber ohne verfestigende Wirkung einzusetzen. Bei kunstoffvergüteten weber.floor Spachtelmassen ist lösungsmittelfreier Kleber zu verwenden. PMMA-Kleber sind nicht geeignet.

PAV-E 26:2015 Oberflächenzugfestigkeit - Haftzugfestigkeit

Schritt 11 - Haftzugfestigkeitsprüfung

Um die Haftung von Schichten untereinander zu prüfen, wird im entsprechenden Durchmesser vorgebohrt. Wir empfehlen lösungsmittelfreie, pastös eingestellte Epoxidharze einzusetzen, wie z.B. weber.floor 4715 Grundierung EP.